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“wk’schti ß’m!” Wer hierauf ein freundliches “Gesundheit!” entgegnet, wird Unverständnis säen und Gelächter ernten. “ß’m” heißt “ich bin” und “wk’schti” bedeutet “Zuhause”. Ganz ehrlich: Bei einem so unangenehm klingenden Wort möchte ich dort möglichst wenig Zeit verbringen.
Auch “turistidschesko obsluschwane” lässt keinerlei Erkenntnisglocken klingeln. Sondern erzeugt höchstens diffuse Bilder im Hinterkopf, etwa von einem abscheulichen Monster in einer schleimigen Duschwanne. Äh – zumindest bei mir. Wie ich jetzt eine witzige Brücke zur Bedeutung dieses Ausdrucks (“Touristenservice”) schlagen soll, ist mir schleierhaft. Obwohl: Haben wir nicht alle schonmal mit einem dieser schleimigen Beratermonster in Reisebüros zu tun gehabt?
Kleine kognitiv-assoziative Erfolgserlebnisse wie diese verblassen aber schnell angesichts der Tatsache, dass die Aussprache elementarer Bestandteile des Grundwortschatzes teilweise an Selbstverstümmelung grenzt. Das wie ein herzlicher Nieser klingende “Zuhause” haben wir ja schon kennengelernt. Andere Kracher sind beispielsweise “Eingang” (“wchod”), “Danke” (“blagodarija”) oder meine Lieblings-Glückwunschfloskel “Alles Gute” (“wsitschko chubawo”).
Ein Glück gibt es da ja immer noch eine Handvoll Germanismen in der bulgarischen Sprache. Während sich anglophone Sprachräume eher feingeistige Begriffe wie “Angst” oder “Kindergarden” rausgepickt haben, greifen die Bulgaren beherzt zu ihrer “bormaschina” und anschließend einer leckeren “kaisersemel” mit “leberkes” und “bakpulwer”. Da staunt selbst der Herr “Kapelmajstor” nicht schlecht. Der allerdings würde vor Scham wie ein “Djiubel” in der Wand verschwinden, wenn er wüsste, dass er in bulgarischer Schreibschrift “maucmop” geschrieben wird. Tschuldigung, aber der “виц” (noch ein Germanismus: Wits) musste einfach sein.
Einiges andere über Bulgarien erfahren habe ich letzten Sonntag. Da habe ich mich nämlich mit J.J. getroffen, die in Sofia studiert und gerade ein Auslandssemester in Hildesheim gemacht hat. Vielen Dank nochmal für das nette Gespräch und die vielen kleinen und großen Tipps und Infos.
And finally: Good news, everybody! Sofia e sigurna. Sofia ist sicher. Zumindest ist sicher, dass ich hingehe. Seit Mittwoch hängen die Listen mit den Zuteilungen für das Auslandssemester. Und ganz ehrlich: Es hätte schlimmer kommen können. Es hätte mich zum Beispiel auch nach Mühlhausen (aka Mulhouse) verschlagen können. Ein Auslandssemester (praktisch) im Schwarzwald? Schreckliche Vorstellung.
Nein, Spaß beiseite, ich freue mich auf Sofia.
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