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oder: "Du machst ein Auslandssemester in Sofia? Na, dann viel Spaß in Budapest!"

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Der Be(sser)stecher

Dank dem preisgekrönten Auslandsamt der Uni Hildesheim habe ich für meinen Aufenthalt in Bulgarien ein GO-EAST-Stipendium des DAAD bekommen. Vielen Dank nochmal dafür. Das haben die zwar im Eifer des Gefechts erstmal nach Нижни Новгород ins tiefste Russland geschickt. Da macht(e) gerade nämlich eine Freundin Erasmus, die auch GO-EAST bekommt. Die hat mir dann irgendwann auch gesagt, dass sie mein Geld bekommen hat und es mir überwiesen.

Sieht nach mehr aus, als es ist.Zusätzlich zum Stipendium hat mir das AAA noch 200 Euro “Betreuungsmittel” überwiesen. Diese Summe soll ich dem Leiter des International Relations Office an der Uni Sofia persönlich und in bar übergeben und mir eine vorgedruckte Quittung unterschreiben lassen.

Kleine Auflockerung An dieser Stelle ein kleines Assoziations-Spielchen. Was kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du Folgendes liest:
“Betreuungsmittel” “Direktor” “öffentliche Verwaltung” “Osteuropa” “persönlich und in bar” “zwinker-zwinker”
Die Antwort kannst du entweder für dich behalten oder als Kommentar posten.

Betreuungsmittel. Ein sehr deutsches Wort, das umso seltsamer klingt, je öfter man es laut vor sich hersagt (und dazu Quotation Fingers macht und vielsagend zwinkert). Aber nichts da, das ist was ganz offizielles. 200 Euro also. Das sind 391 bulgarische Lev und 16 Stotinki. Ein nettes Sümmchen – nicht nur für bulgarische Verhältnisse.

Mit diesem Geld sollte die Uni Sofia eigentlich jemanden dafür bezahlen, mich in Uni-Angelegenheiten zu betreuen. Also mir all den Uni-Scheiß, von dem ich hier berichtete, zu ersparen. Das wiederum heißt: Ein paar E-mails beantworten, ein paar Leute anrufen, zwei, drei mal Treffen und fertig.

Betreuung hatte ich aber keine – zumindest keine, die 200 Euro wert gewesen wäre. Das würde ich dem werten Herren vom International Office gerne sagen – persönlich. Also flugs eine unverfängliche E-Mail geschrieben, ob er einen Termin für mich hätte. Die blieb unbeantwortet. Auf Nachfrage bei einer Mitarbeiterin des I.O. erhielt ich eine seltsame Antwort.

> ich hab das mit der Mail von meinem Chef bereits erfahren, er war sich > nicht sicher, worum es ganz genau geht und wieso sollte er was mit Deinem > Geld fuer den Aufenthalt an unserer Uni zu tun haben, daher hat er sich > entschieden, die Sache erstmal zu klaeren. Vielleicht waere es besser, > wenn Du ihm zunaechst mal diese Angelegenheit ein wenig naeher erklaerst. > Dann gaebe es bestimmt kein Problem oder zumindest wuerde es zu keinem > Missverstaendnis kommen!

Erst eine zweite Nachfrage deutete an, woher der Wind weht (Hervorhebungen von mir):

> […] er hätte vor diesem termin jedoch sehr gerne die instruktionen > deiner universität bezüglich des zusatzstipendiums und noch konkreter > in dem fall bezüglich dieser geldübergabe (entschädigung) gesehen, denn > ihm komme alles ziemlich seltsam vor und wenn er das schriftlich irgondwo > zu sehen bekommen wuerde, koennte er sich vergewissern, dass da nichts > faules an der sache sei. er sei ja leiter der abteilung und er koennte > da nicht so leichtsinnig vorgehen und seinen ruf aufs spiel setzen […]

Meine Güte – Der Typ muss offensichtlich bei dem Assoziations-Spielchen zu dem selben Schluß gekommen sein, wie ihr (hoffentlich)! Er denkt, ich will ihn bestechen!

Wow. Also wenn das keine interkulturelle Kommunikation ist, dann weiß ich auch nicht.

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