Eine Handvoll Menschen, im den Zug verteilt. Krachend schließen sich die Türen der letzten Tram. Rumms. Stockend setzt sie sich in Bewegung und ich mich auf das geschundene schwarze Plastikleder.
Mit uns, entgegen der Fahrtrichtung, der Uringeruch der buckligen Frau unbestimmbaren Alters zwei Plätze vor mir. Ihr grimmiges, für niemandes Ohren bestimmtes Murmeln mischt sich in das Rumpeln der Bahn.
An jeder Station wieder Krachen. Mal die Türen, mal die Nacht. Kalte Luft von draußen. Ich drücke die Bierflasche mit dem heißem Wasser aus den Mineralquellen bei den Markthallen fester an mich. Für Sekundenbruchteile mustern einen die müden Augen der Einsteigenden. Dann verwandeln sie sich in starre Hinterköpfe.
Manchmal blinzeln die bunten Neon-Alkoholreklamen auf Sofias Dächern herab zu uns in die Bahn. Wenn sie steht, ist es unwirklich still. An der Endhaltestelle schüttelt sich die Bahn ein letztes Mal. Wie letzte Tropfen aus einer Wasserflasche fallen wir heraus in die Nacht.
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Bist ja ein richtiger Poet! Ich entdecke doch immer wieder neue Talente an dir… ;-)
— Lina · Oct 23, 12:38 AM · #
Die Bierflasche ist also mit Wasser gefüllt..
“Sag, mal: trinkst Du etwa Bier?” “Nein, ist nur mein Wasser drin.” “Ach so, ich dachte schon…”
Wer erlebt das nicht täglich? ;)
— Buchstabensuppe · Oct 23, 01:42 AM · #
Lyrischer hat nie zuvor ein Mann das Problem drängenden Harns beschrieben. Klingt insgesamt fast nach dem Traum eines Bettnässers. Jedenfalls beim Überfliegen der Zeilen: “Urin…Mineralquelle…Schüttelt…letztes Mal…letzte Tropfen…Wasserflasche…herausfallen.”? Das alles gepaart mit den Motiven des Stillstands und des Geschunden-Seins. Herrlich. Und lebensnah. Am Ende steht der Bruch des Dammes. Ich muss weg…
— Markus · Oct 25, 07:24 PM · #
Bruderherz, hab gestern am Telefon ganz vergessen, wie es denn so “läuft” [insert laughter here] im Bettness-Studio? ;-P
— Phil · Oct 25, 11:04 PM · #