>60 Minuten habe ich heute in öffentlichen Verkehrsmitteln verbracht.
Vier Meter war die Decke in den Uni-Büros hoch.“Ich haben muss eine Уверение!” – “Dazu brauchen Sie aber eine Уверение. In zweifacher Ausführung.” In solchen Momenten wandert mein verzweifelter Blick ziemlich oft die vier Meter rauf und runter.
Sieben verschiedene Verwaltungsbeamte aller Art habe ich heute aufgesucht.
Sechs davon wären auch für mich zuständig.
Null von ihnen wollten mir weiterhelfen.
Eine von ihnen hat mir dennoch ein bisschen weitergeholfen.
∞ (unendlich groß) war die Anzahl der Personen, denen ich gerne ein saftiges “Fuck you!” an den Kopf geworfen hätte.
Eins ist die Anzahl der Personen, denen ich ein saftiges “Fuck you!” an den Kopf geworfen habe (auf dem Uni-Flur, sehr effektvoll und unheimlich befreiend!)
Eins ist die Anzahl der französischen Staatspräsidenten, denen ich gerne ein saftiges “Fuck you, Monsieur President!” den Kopf geworfen hätte.
Eins ist nämlich auch die Anzahl der französischen Staatspräsidenten, die heute mit ihrem Staatsbesuch die halbe Uni und den kompletten Stadtverkehr lahmgelegt haben.
Eins ist die Anzahl der französischen Staatspräsidenten, die ich heute trotzdem fotografiert habe. (Hosaa, Erfolgserlebnis!)
Dreissig diensthabende Mitarbeiter gab es in der polizeilichen Ausländermeldestelle (Immigration Office).
Einer, immerhin einer, von den Mitarbeitern des Immigration Office (sic!) Englisch(sic!!)kenntnissen.
Null von den englischsprachigen Mitarbeiter“n” waren auf zufinden.
Zwei m² war der “Copy-Shops” (Ксерокс) neben der Meldestelle groß. Ein winziges Kabuff in einem Hinterhof am Ende zweier langer Hausflure, betrieben von einer älteren Frau, der man den lebenslangen Gram über jede einzelne Fehlkopie ansehen konnte.
Vier Tage versuche ich nun schon, mich zu immatrikulieren.
Vier Tage soll ich noch warten, bis angeblich alle Dokumente fertig sind.
Sieben Tage wird es, realistisch geschätzt, noch dauern bis es soweit ist.
Sieben verschiedene Dokumente, Formulare und Formdrucke musste ich bisher für die Immatrikulation und Registration besorgen (meistens kaufen). Mein blaues Studienbüchlein hat eine Verwaltungsbeamtin frecherweise einkassiert (“Dienstag, Dienstag!”). Bevor ich mich wehren konnte, war sie auch schon in die Почифка verschwunden.
Vier malbin wieder ratlos ins Auslandsamt der Uni zurückgekehrt…
Null Bock hab ich, noch weiter irgendwelchen blöden Papieren hinterherzuhecheln.
2,50 Meter ist die Reichweite des “Informationsmanagements” in der Uni-Verwaltung. Will heißen, ein Schreibtisch hat keinen blassen Schimmer davon, was der nächste tut.
Acht Dinge standen für heute auf meiner To-Do-Liste.
Null habe ich heute fertig bekommen.
Sieben Stunden war ich dafür unterwegs.
Um die Schwankung des Faktors subjektiven Raumzeitkrümmung (unendlich) bereinigt, ergibt sich ein Gesamtfrustrationswert von 158,5 auf der Krieger-Skala. Das ist ein beachtlicher Wert, angesichts der Tatsache, dass diese Skala eigentlich nur bis 100 geht…
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Mach die Russen voll!
— lea · Oct 5, 07:41 PM · #
Der Frustrierte aus dem Osten darf nicht über das Schicksal (seiner (evtl.en) Immatrikulation) bestimmen! … Stoiber hätte es so gewollt
— Buchstabensuppe · Oct 6, 12:53 AM · #
och mein armer Philipp, ich weiss wie das ist wenn irgendwie nichts klappt und man nur denkt “Pah, in Deutschland wuerde das anders laufen!” Jedenfalls denk ich das immer wenn die Muellabfuhr morgens um halb 6 vor meinem Schlafzimmer mit lautem Scheppern den Muell abholt….. grrrrr.
— elli · Oct 9, 09:04 AM · #