Ich bitte den reißerischen Titel zu entschuldigen: Die 17 fährt natürlich garnicht bis nach Istanbul. Das wär ja Blödsinn, haha, wie absurd. Nein, sie fährt nur nach Sofia. Das sind ja auch nur 600 KM weniger. Genauer gesagt: Sie fährt in Sofia herum.
Ich weiß nicht, ob jemandem “Kässbohrer-Setra” ein Begriff ist? Das ist eine deutsche Autobusmarke. Früher groß, laut, klobig, lächerlich geringe Beinfreiheit, riesige Dieselwolken hinter sich herziehend, meistens auf den Routen durch die hinterletzten Käffer unterwegs. Heute eher diese Busse, die nicht mehr Bus sondern Hyper-Cyber-Mega-Comfort-Vier-Sterne-TravelStar heißen. Was macht man mit alten Bussen, die man ausgemustert hat? Richtig, man verkauft sie in den Osten. Prädikat: Deutsche Wertarbeit.
Die wissen offenbar auch bulgarische Busunternehmer zu schätzen, denn die alten Kässbohrer-Setra-Brummies sind hier reihenweise unterwegs. Lustigerweise auch sehr häufig noch mit deutschen Beschriftungen und Logos drauf. Der Bus meines Fremdspracheninstituts etwa, hat seinen Dienst beispielsweise bei einem Busunternehmen im Schwarzwald versehen. Und gerade gestern habe ich einen Bus gesehen, der sogar noch ein deutsche Fahrtziel in der Frontscheibe anzeigte: “207 Schanöckel”. Leider habe ich davon kein Bild schießen können. Aber dass das kein Einzelfall sein kann, davon zeugt dieses Bild aus Бургас / Несебър.
Aber auch andere Modelle aus Holland, Belgien oder Frankreich cruisen hier durch die Gegend. Davon zeugen befremdlich bekannt wirkende Aufkleber wie “Bitte beim Fahrer bezahlen” oder “Nooduitgang”. Oder die schriftliche Version des guten alten, bärbeissig-gebellten “Ausstieg nur hinten”. Gepriesen sei der Nominalstil!
Ah, da ist die 17. Einmal nach Sofia, bitte!
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