Diesen Samstag bin ich umgezogen. Und zwar tollerweise nicht nach Studentski Grad, sondern in eine richtige, echte Wohnung. Mit Bad, Dusche, Waschmaschine, Küche (sic!), ungeteiltem Zimmer, keinen Kakerlaken (bis jetzt). Im Prinzip also allem was man in den Wohnheimen von Studentski Grad nicht hat…
Ich wohne mit zwei anderen Erasmus-Studenten zusammen. T. aus Belgien, die schon mit am schwarzen Meer war und H. aus München, deren zu Besuch angereister Freund erstmal die Weißbierversorgung sicherstellte.
Hier ein paar Impressionen von der Wohnung und ihrer Umgebung.
Toll ist der kleine aber feine und billige Markt um die Ecke. Sieben Tage die Woche frisches Gemüse und alles was man braucht. Toll ist auch die Straßenbahnlinie 1 direkt neben dem Markt – in 20 Minuten rumpelt man mit ihr an haufenweise Sehenswürdigkeiten (auf bulgarisch übrigens ein Knüller: эабележителности) vorbei. Nett auch die Umgebung, irgendwie nicht ganz so versifft wie das Viertel in dem das Wohnheim und die Mall waren, und auch keine Riesenbaustelle wie Studentski Grad. Toll ist es, nach Wochen von Weißbrot und Essen gehen, wieder selbst kochen zu können: Spaghetti mit Alles-Mögliche-Soße. Mjamm. Toll wären prinzipiell auch die vielen schönen Kastanienbäume, die hier die Straßen säumen. Leider fallen die Kastanien auf die darunter geparkten hochgesichertern Mafia-Luxusschlitten (Audi Q7, Mercedes S600 Panzer Edition, Audi RS8, BMW 6er, …) und lösen deren Alarm aus: Man hört hier also faktisch ununterbrochen das Geheule dieser Dinger.
Muss kurz abschweifen: Für mich ist es ein Rätsel, was einem eine Auto-Alarmanlage bringt, die niemand hört? Wenn immer und überall welche rumtröten, achtet doch niemand mehr drauf? Das ist ungefähr so effektiv als ob man Straßenhundegebell als Sirenenton nehmen würde: Das nimmt hier auch niemand mehr wahr. (noch weiter abschweifend) Was mich allerdings auf die Idee bringt, eine Umschulungsagentur zu eröffnen und mit Intensivkursen wie “Vom Straßen- zum Autowachhund in nur zwei Wochen” Kohle zu scheffeln…
Zurück zu den Kastanien. Für das Geheule der Autos werde ich durch vielerlei entschädigt:
Das Phänomen, dass Wohnblocks nur dann ätzend sind, wenn man nicht selbst in einem wohnt, trifft auch hier wieder zu. Denn das hier ist der Blick von unseren zwei Balkonen im 12. Stock:
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ich will auch!!!
— lea · Oct 3, 01:23 AM · #
Das sieht ja fast schon besuchsbereit aus… ;)
… jedenfalls nicht nach einem zweiten Studentski Grad.
— Buchstabensuppe · Oct 6, 12:21 AM · #